Tisch und Bänke für den Kirchplatz Nordwohlde

 

Im Rahmen der Neugestaltung des Kirchplatzes in Nordwohlde stellte sich natürlich auch die Frage der Nutzung. Für die „großen“ Nutzungen, Posaunenkonzert, Weihnachtsbasar und Gemeindefest etc. ist in der Regel eine möglichst freie Fläche am besten geeignet. Der freie Platz kann dann schnell mit Klapptischen oder Buden und Grillgerät den Anforderungen entsprechend „möbliert “werden.

 

Für all diese mussten wir etwas finden, das dem Wetter standhält, einladend ist und die Sinne anregt, etwas das nicht bei jedem Sturm wieder eingefangen werden muss und Elemente des Platzes wieder aufnimmt, sich also einfügt ohne unsichtbar zu werden. Ideal wäre natürlich Material aus dem Dorf.

 

Der Platz für die Sitzgelegenheit bot sich sofort an, unter der großen Eiche und zum Teil von dem Rest der alten Buchenhecke vor Wind und Blicken geschützt.

 

Auf dem Hof einer Familie im Dorf lag seit einigen Jahren ein großer Eichenstamm im Apfelhof, der nach Auszählung der Jahresringe ca. 130 Jahre Zeit zum wachsen hatte, bis er dann der Scheune zu Nahe kam. Aus diesem Stamm sollte der Tisch gebaut werden.

 

Ein weiterer ca.100 jährigen Eichenstammes aus dem später die Tisch- und Bankbeine hergestellt werden sollten kam von einem anderen Hof.

 

Aus einer Brennholzlieferung, wurden die Holznägel und die kleineren konstruktiven Hölzer hergestellt.Nur die Schrauben die zum Einsatz kamen sind aus dem Baumarkt.

 

Das Material war gefunden und wurde mit zum Teil erheblichem Aufwand (der große 6m lange Stamm wog über 3 t) auf unseren Holzplatz gebracht.

 

Nach Sichtung der Stämme wurde ein grober Entwurf gemacht, der das vorhandene Holz mit den oben genannten Kriterien in Einklang bringen sollte.

Die kantige, schlichte Form der Untergestelle von Tisch und Bänken mit den aussteifenden Bändern nehmen das Fachwerk im oberen Bereich der Kirche wieder auf und spiegeln unsere Vorstellung von Ordnung und Stabilität. Die deutlich getrennte Tischplatte lässt dem Holz seine Identität und wirkt wie zwei Flussläufe die Bewegung und auch Veränderung bringen. Auch Wind und Wetter werden in Zukunft weiter an dem Tisch „arbeiten“.

 

Zum Auftrennen der Stämme benutzten wir ein BIG MILL von Logosol mit etwas Zubehör das direkt am Stamm befestigt werden kann. So wurden aufwändige Transporte vermieden und wir konnten jeden Schnitt neu festlegen.

Und das würde wichtig, denn da war noch der Eichenstamm.

Alte Eichen sind ein bisschen wie alte Menschen, lernt man sie ein wenig näher kennen, treten viele Erfahrungen und eine Geschichte, auch mit manchen Verletzungen, zutage.

Der Stamm war nicht nur gebogen, was im ersten Entwurf schon berücksichtigt war und als gestaltendes Element genutzt werden sollte, sondern es traten beim Aufsägen auch noch einige große Risse ans Licht. Oft mussten deshalb die angedachten Schnittebenen wieder verändert werden.

Der Baum hat sich auf diese Art doch sehr maßgeblich an der Gestaltung beteiligt. So wurde aus einer 2teiligen Tischplatte z.B. eine 3teilige und bei den Bänken ging es genauso weiter.

Ohne tatkräftige Hilfe und Fahrzeugeinsatz aus dem Dorf wäre das ganze Projekt nicht möglich gewesen

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Artikel im WeserKurier RG
12_Aug.2010 SYK_VP.pdf
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