Im Rahmen der "Straße der Kunst", die vom 1.05.2011 bis zum 30.06.2011 zum wiederholten Male im Landkreis Diepholz stattfand, habe ich ab Februar 2011 an dieser Stelle die Entstehung der spielbaren Installation "Grünes Licht" für den Außenraum in loser Folge dokumetiert.

 

Aufgrund der großen Resonanz bleibt die Installation dauerhaft stehen.

 

Standort: 27211 Bassum, Gräfinghausen 13,

direkt an der Radwanderstrecke Bremen-Osnabrück

Länge der Installation 216 m


 

 

September 2010

las ich von der "Straße der Kunst" und entwickelte in den folgenden Wochen das Konzept der Installation.

Die Organisatoren der Aktion reagierten positiv auf meine Anfrage und nun ging es ins Detail.

Der Auf-/Ausstellungsort wird der Straßenrandbereich sein. Wir nutzen die Straße als Ort unserer Fortbewegung, die Versorger (Strom, Gas, Wasser und Kommunikation) sind dort - von uns oft nicht wahrgenommen - mit Ihren Rohren und Leitungen schon fast allgegenwärtig. Möchte man, wie ich, etwas im Boden verankern, muß man schon genau hinsehen.

 

Oktober 2010

Der nächste Schritt führte mich zum Katasteramt nach Syke. Dort wurde ich mit einem Lageplan ausgestattet und ausführlich beraten. Alle obengenannten Versorger stellten mir umgehend das entsprechende Kartenmaterial zur Verfügung.

 

November 2010 

Erst einmal eine zur Anfrage zur Nutzung des Straßenrandbereiches bei der Stadt Bassum, auch dort gab es ein grunsätzliches OK.

 

Dezember 2010

Das nötige Eichenholz für die Installation ist gesichtet, und ich werde es voraussichtlich im Februar, wenn das Wetter es schon zuläßt, mit einem Mobilsägewerk zurechtschneiden.

 

Ende Januar 2011

habe ich ein 1:10 Modell gebaut und Kostenvoranschläge für die Stahlverankerungen eingeholt.

Jetzt muß die Strecke genau vermessen, Bäume und Büsche in ihrem Wachtum eingeschätz, die Sichtachse festgelegt und die genauen Aufstellkoordinaten in den Plan eingetragen werden.

Dies alles soll in den ersten Februarwochen stattfinden.

 

8. Februar

Heute ist wunderbares Wetter für die Vermessung der Standflächen. Die Installation wird eine Gesamtlänge von 216 m haben. Der Baumbestand ist erfasst und die Standflächen sind in den Lageplan übertragen. Ob es am Ende 12 oder 13 Stelen sind, ist noch nicht ganz sicher.

Für Freunde des geocaching, die Koordinaten des Objektes sind:        E 8°41´41.03´´; N 52°55´57.62´´ (8m Toleranz).

21.März

Die ersten Stelen sind geschnitten und ich versuche aus den relativ krummen Stammabschnitten splintholzfreie Blöcke zu schneiden. (Zwischen Rinde und Kern liegt bei der Eiche das "Splintholz", eine weiche und sehr unbeständige Schicht von einigen cm Stärke, die durch Wärme und Feuchtigkeit sehr schnell "gammelig" aussieht.)

 

22.März

Hier nun das Konzept der Installation:

 

Kernstück der Installation, sozusagen Objekt des Objektes, ist ein grüner Glasklumpen der auch bei geringem Lichteinfall schon zu leuchten scheint.

 

Auf einer Strecke von 216 m werden im Abstand von ungefähr 20 m Eichenstelen parallel zur Straße auf der östlichen Seite in den Seitenstreifen „gepflanzt“. Die Stelen sollen aus beiden Richtungen als Reihe wahrnehmbar sein.

 

Die Stelen haben eine Abmessung von ca. 0,2 m x 0,2 m x 1 m Höhe und sind im Bodenbereich auf einem senkrecht eingegrabenen I-Träger verankert.

 

Der Betrachter hat nun, nach kurzer Einführung und Erklärung der Spielregeln an der ersten und letzten Stele, die Möglichkeit vom reinen Betrachter zum Handelnden und Motor der Installation zu werden.

Das Grüne Licht liegt oben auf einer Stele und kann nun in die Hand und mitgenommen werden, bis zur nächsten sichtbaren Stele, wo es wieder abgelegt wird.

 

Der nächste Betrachter oder Berührer nimmt das Grüne Licht wieder ein Stück seines Weges.

 

So wandert das Licht im Lauf der Zeit auf der Reihe der Stelen hin und her.

 

Der Titel „Grünes Licht“ ist natürlich in der Farbe des Glases begründet, hat aber auch eine starke Beziehung zur Straße der Kunst. Das grüne Licht steht in unserem Sprachgebrauch auch für „los geht’s“, “das ist erlaubt“, den Beginn einer (Fort)Bewegung,

für den Gedanken, die Idee.

 

Genauso ist es bei dieser Installation: Anfassen erlaubt!, erwünscht und geradezu nötig. Nur so wird diese Kunst langsam lebendig.

 

Die beiden Materialien, zum einen: Glas mit seiner zufälligen Form - schillernd, hell, zerbrechlich, sprunghaft und - in diesem Fall - auch noch beweglich.

Auf der anderen Seite: Eiche in streng quaderförmig geschnittener Form - fest verankert, sicher, mächtig, verlässlich, lassen durch ihre Gegensätze eine Spannung entstehen.

 

 

29. März

Heute kam die Genehmigung zur Nutzung des Straßenraumes und ich habe die Träger für die Bodenbefestigungen bestellt.

Jetzt müssen die Betreiber der in der Nähe liegenden Versorgungsleitungen informiert werden.

 

 

4. April

Die Glasbrocken sind ein Zwischenprodukt der Glasherstellung und müssen zum Teil entgratet werden.

8. April

Wie stellt man eine Hinweistafel neben eine 1m hohe Stele ohne sie optisch zu verdrängen? Vieles habe ich ausprobiert. Die ultimative Antwort: Legen! Hier nun das Modell dafür.

12. April

Die Bleche für die Hinweistafeln sind gekantet und geschliffen, jetzt nur noch eine wetterfeste Abdeckung für die Infokarten und die Infoblöcke sind fertig.

 

 

14.April

Heute sind mit freundlicher Unterstützung von

POGGENBURG

Kfz und Landmaschinen in Stuhr-Fahrenhorst,

die Bodenanker für die Stehlen fertig geworden.

Auch steht endlich das Layout für die Infokarten.

 

 

15. April

Die Infoblöcke sind jetzt auch fertig und warten auf den endgültigen Text der "Spielanleitung".

 

 

17. April

Die letzten zwei Stelen (plus einer Ersatzstele) sind aufgrund der defekten Säge erst heute fertig geworden. Ohne Wolfgangs unermüdliche Hilfe hätte es deutlich länger gedauert.

18. April

Mit der professionellen Hilfe von Dr.E.Lenk ist nun auch der Text für die Tafeln von seinen Schlaglöchern befreit.

Danke nochmal.

20. April

Der Druckauftrag für die Postkarten ist raus.

25. April

Eine Zeitung ruft an, wir verabreden uns für den 29.4..

 

 

29. April

Bei bestem Wetter haben wir heute die ersten 10 Stelen aufgestellt. Außerdem gab es auch schon Kommentare. Inzwischen bin ich selbst etwas neugierig auf die Reaktionen.

 

 

 

Damit es mal gesagt wird: Ich finde, dass die Gesamtveranstaltung der SdK richtig angenehm betreut wird, auch der Flyer der Stadt Bassum ist sehr schön geworden.

 

 

30. April

Geschafft, die letzten Stelen sind "gepflanzt", die Infoboxen aufgestellt. Muskelkater macht sich langsam breit, eine Stele wiegt mit Bodenanker zusammen ca.70 kg.

 

1.Mai

5:30, Aufstehen! Was tut man nicht alles für die Kunst.

Klarer Himmel und die Sonne kriecht gerade über den Hügel.

Ich hole das "grüne Licht" aus dem Karton und lege es auf die erste Stele. So habe ich mir das vorgestellt! Wenn alle Tage so aussehen würden, dass man gleich nach dem Aufstehen mit dem Tag schon im "Reinen" ist. Vermutlich sieht es bei Sonnenaufgang am schönsten aus.

(Fotos folgen)

 

Heute Nachmittag wird die Strasse der Kunst im Syker Vorwerk eröffnet.

 

 

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Artikel im Sonntagstipp (Aller-Weser VG)
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5. Mai

Die Aktion wird erstaunlich gut angenommen. Das "grüne Licht" wechselt ständigt seine Position. Da das Wetter so gut ist, ist der Radwanderverkehr natürlich auch entsprechend stark.

 

7. Mai

          Kunstraub im Landkreis!

 

Leider wurde heute Nachmittag das grüne Licht entwendet,

ich hoffe es wird zurück gebracht oder bekommt wenigstens einen würdigen Platz.

Zum Glück gibt es noch eins und es geht weiter.

 

Als "Entschädigung" gibt es immer wieder nette Gespräche und Fragen am Rande.

 

8. Mai

Jetzt gibt es an der Installation überwiegend hausmeisterliche Dinge zu tun: Infoflächen säubern, Postkarten nachlegen und Müll einsammeln.

 

In einigen Tagen erscheint an dieser Stelle ein Fotospaziergang entlang der Installation.

11. Mai

Heute erschien im Regionalteil des WeserKurier ein Artikel über das "grüne Licht".

 

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Artikel im WeserKurier, Regionalteil
11_May.2011 REG_VP.pdf
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23. Mai

Viel Regen, viel Gras. Stelen heute wieder frei gemäht.

 

2. Juni

Das grüne Licht hat einen Trabanten bekommen: Irgend jemand hat einen Kieselstein auf eine der Stelen gelegt und auch dieser wird immer weiter bewegt.

 

5. Juni

Die Geschichte mit den Kieselsteinen hat inflationäre Ausmaße angenommen und ich habe erst einmal alle wieder abgeräumt.

26. Juli

Die Installation bleibt bis zum Jahresende stehen.

 

1. Januar 2012

Und, bis auf weiteres, darüber hinaus.

Ich wünsche allen Besuchern weiterhin viel Spaß damit.

6. März 2012

Heute tauchte plötzlich einer der entwendeten Steine wieder auf. Vielen Dank!

Für einige Zeit werden also 2 grüne Lichter wandern.

Letztes Projekt:

NO9